Marin - Zuchtberichte

GUPPYZUCHT

Beispiele aus der Praxis

von Ömer Serif Gülmez

guelmezWenn man die vielen Bilder von den unterschiedlichsten Guppystämmen bewundert und vielleicht mit dem Gedanken spielt, auch solche Fische in seinem eigenen Becken haben zu wollen, dann ist das gar nicht so schwer. Oft wird behauptet der Hochzuchtguppy sei anfällig gegenüber Krankheiten und außerdem noch schwer zu pflegen. Dem ist keinesfalls so.
Der Hochzuchtguppy gehört nicht in das Gesellschaftsbecken, sondern in ein Artbecken."Das ist aber langweilig", werden Sie sagen. Doch haben Sie schon einmal einen Schwarm einheitlicher Hochzuchtguppys in einem schön eingerichteten Becken tanzen sehen ?
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Hat man sich solch einen Anblick als Zuchtziel gesetzt, ist es "relativ" einfach. Man kauft sich ein bis zwei Pärchen Hochzuchtguppys eines Farbschlages und setzt sie in ein mittelgroßes Becken. Bei guter Fütterung und regelmäßigem Wasserwechsel, sollten die Weibchen nach ca. 28 Tagen Junge bringen. Nach dem Wurf entfernt man die Elterntiere (am besten in ein größeres Becken umsetzen) und zieht die Jungen bis zum Alter von 3 Wochen groß. Danach sollte man Weibchen und Männchen trennen und in eigenen Becken aufziehen. Im Alter von 3 - 4 Monaten kann man schon deutlich Farb- und Flossenentwicklung beurteilen. Dabei wird einem auffallen, daß die Nachkommen in Form und Farbe fast identisch mit den Eltern sind.

Die Natur ist aber nicht immer berechenbar und so kommt es vor, daß die Nachkommen halt doch nicht so einheitlich sind wie man gehofft hat. Selbst dem "fischunkundigen" wird auffallen, daß hier die Farbe nicht ganz so intensiv ist und dort die Flosse etwas kürzer erscheint. Und genau an diesem Punkt kann IHRE Zucht beginnen.

 
beispiel1BEISPIEL:

Nehmen wir einmal an Sie haben sich ein Pärchen komplett blaue Guppys gekauft und nach kurzer Zeit bereits 30 - 40 Jungtiere im Becken schwimmen. Sobald Sie in der Lage sind zu erkennen welche Tiere Männchen und welche Weibchen werden, sollten Sie diese getrennt aufziehen (bereits nach 3 Wochen sollten Sie in der Lage sein die Unterscheidung zu treffen). Sie ziehen die Tiere in 4 - 5 Monaten groß. Von diesen Tieren sollten ca. die Hälfte Männchen sein (normalerweise ist das Geschlechterverhältnis gleich). Doch Ihnen fällt sofort ins Auge, daß einige der Männchen eine weißliche Rückenflosse zeigen und daß der Rand der Schwanzflosse mit einem Saum endet der gar nicht blau aussieht (Bild 1). Diese Exemplare scheinen nicht die gleiche Qualität zu erreichen wie die Elterntiere. Diese Unterschiede sind Ihnen aufgefallen, weil einige andere Tiere aus dem Wurf erheblich besser aussehen, was die Form und Farbe anbelangt.

beispiel2Diese Tiere zeigen eine saubere Färbung in der Rückenflosse und auch die gesamte Schwanzflosse ist flächig blau gefärbt (Bild 2). Wenn Sie also der Meinung sind, daß ein Schwarm mit Tieren wie auf Bild 2 besser aussieht, dann müssen Sie beginnen zu "selektieren". Sie sollten dann die Guppys wie auf Bild 1 dargestellt, aus dem Schwarm entfernen. Zur weiteren Zucht wäre es dann ratsam 2 - 3 Weibchen mit einem Männchen (wie auf Bild 2) "anzusetzen". Nach ca. einem Monat sollten die Weibchen wieder Junge bekommen. Und so beginnt das Spiel wieder von vorn...
 
Spätestens jetzt dürfte jedem Aquarianer klar werden, daß man mit 1 bis 2 Becken nicht sehr weit kommt. Zur Erhaltung eines Farbschlages (in guter Qualität) sollten Sie mindestens 10 Becken (je 40 x 25 x 25) einplanen. Eine kleine Anlage kann man locker in jedem Zimmer unterbringen. Das Foto zeigt eine private Zuchtanlage mit ca. 30 Becken in unterschiedlichen Größen in einem Wohnraum. Wenn Sie einen Hobbykeller Ihr eigen nennen, dann können Sie auch größere Sprünge wagen und verschiedene Zuchtformen gleichzeitig halten und diese auch miteinander kombinieren, um neue Farbschläge zu kreieren.

 

raum
Ihre Guppies sollten Sie dann auch auf Ausstellungen präsentieren (im In- und Ausland) und vielleicht sogar einem Guppyverein beitreten, damit Sie Ihre Erfahrungen mitteilen können und auch neues dazu lernen. Wer weiß, vielleicht wird man Ihre Guppies auf einer Ausstellung antreffen und sagen: "Solch wundervolle Farben habe ich noch nie gesehen !". Denn grundsätzlich ist es möglich jede nur erdenkliche Farbkombination auf einen Guppy zu züchten. Es hängt nur von Ihrer Zeit und Geduld ab, wann Sie einen komplett violetten Guppy züchten (den gibt es nämlich noch immer nicht...).

VIEL SPAß MIT DEN GUPPIES UND BESUCHEN SIE DOCH MAL MEINE HOMEPAGE !

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