MARIN - Zuchtbericht


Apistogramma piauiensis

Anmerkungen zur Pflege und Zucht des Piaui-Zwergbuntbarsches

© Text und Fotos: Dieter Bork

Apistogramma piauiensis wurde zwar schon 1980 von Kullander erstbeschrieben, ist in der Aquaristik jedoch noch recht selten vertreten. Die Heimat ist das Einzugsgebiet des Río Parnaiba, im brasilianischen Bundesstaat Piaui. Mit diesen Vorkommen ist der Piaui-Zwergbuntbarsch der bisher östlichste Vertreter seiner Gattung. Er ist wohl in die A. regani-Gruppe einzuordnen und mit A. catei und Apistogramma sp. #Paraguay I" am nächsten verwandt.

 

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Über dunklem Bodengrund zeigen die Männchen von Apistogramma piauiensis ihre schönste Ausfärbung.

Die Weibchen von Apistogramma piauiensis erreichen eine Körperlänge von 3,5 cm, die Männchen bis zu 4 cm. Wie seine nächsten Verwandten zeigt auch A. piauiensis keine besonderen Merkmale in der Beflossung und in der Körperfärbung, die ihn besonders attraktiv für Freunde von Zwergcichliden machen würden. Der Körper wirkt leicht gedrungen, die Rückenflosse ist niedrig und ihre Membranen sind nicht über die Stacheln hinaus verlängert. Bei den Männchen sind Rücken - und Afterflosse am Ende nur wenig ausgezogen. Die Schwanzflosse ist klein und gerundet. Die relativ kurzen Bauchflossen sind orange gefärbt, ihre Vorderkante ist weißblau. Der Rücken ist graubraun. Hinter dem Auge beginnt ein schmales, dunkles Längsband, das bereits vor dem senkrecht ovalen dunklen Schwanzwurzelfleck, in einem schwach grauroten Fleck endet. Oberhalb des dunklen Längsbandes verlaufen insgesamt drei hellblaue Schuppenreihen, deren Zwischenräume lila gefärbt sind. Die Kiemendeckel sind hellblau und lila getüpfelt. Die runde Schwanzflosse ist mit sechs halbkreisförmigen, lilafarbenen Punktreihen gezeichnet. Die Zwischenräume schillern hellblau. Die Brust ist gelblich, der hintere Unterkörper ist zart grau gefärbt.

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Weibchen von Apistogramma piauiensis mit drei Tage alten Jungfischen.

Bei der Pflege über sehr hellem Bodengrund paßt sich Apistogramma piauiensis diesen Verhältnissen an. Die Färbung hellt insgesamt auf. Bei balzenden Männchen verschwindet das dunkle Längsband und auch der Schwanzwurzelfleck vollkommen. Das Männchen erstrahlt nur noch in den zarten Pastellfarben. Bei einer Temperatur von 26 °C und Wasserwerten von pH 6,5 und 170 µS wird willig abgelaicht. Als Laichplatz wurde in meinem Aquarium ein Stück Savannenholz mit zwei höhlenartigen Vertiefungen, die miteinander verbunden waren, ausgewählt. In der linken Höhle wurden die ca. 60 kirschroten Eier an der Höhlendecke abgelegt und der Höhleneingang bis auf einen schmalen Spalt mit Sand verschlossen. Während der nächsten neun Tage #baggerte" das Weibchen unermüdlich den feinen Sand aus der zweiten, nur als Eingang benutzten rechten Höhle vor dem Eingang auf. Nach zehn Tagen schwammen die Jungen frei und wurden in den nächsten zehn Nächten noch regelmäßig in die Bruthöhle verbracht.

Bei der Pflege von Apistogramma piauiensis über feinem Quarzsand war deutlich zu sehen, wie sehr sich die Tiere wohlfühlten. Es schien fast, als würden sie es genießen, den feinen Quarzsand durchzukauen und durch die Kiemen wieder auszuwerfen. Dieses Verhalten ist den meisten Cichlidenfreunden bestens bekannt. Es sollte bei der Auswahl des Bodengrundes konsequent beachtet werden.

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Links. Hellem Bodengrund passen sich die Männchen von Apistogramma piauiensis mit hellerer Ausfärbung an. Rechts: Während der Balz verschwinden bei den Männchen Körperlängsband und Schwanzwurzelfleck vollkommen.

Aus  " das Aquarium " ,   Nr.345 - März 1998


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