MARIN  Berichte - Süßwasser

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Fische züchten" Hobby oder Profitgier?

Geschrieben von Günter Bertels

E-Mail:  Guebertels@aol.com

In der letzten Zeit ist es wiederholt zu der Diskussion über das private Züchten von Fischen gekommen. Die Meinungen zu diesem Thema gehen dabei weit auseinander. Während einige der Meinung sind das alles nur aus reiner Gewinnsucht geschehe, behaupten die Züchter selbst sie täten es nur aus Freude am Hobby und zur Arterhaltung. Diejenigen die der Meinung der Gewinnsucht vertreten haben sicherlich nicht immer ganz unrecht, denn auch unter den Privatzüchtern gibt es wie überall schwarze Schafe. Der eine oder andere scheint der Meinung zu sein sich bei der Zucht eine schnelle Mark machen zu können, vor allem bei der Vermehrung von Cichliden aus dem Malawi- und Tanganjikasee und Diskusfischen. Dabei wird dann schon mal das Wohl der Fische außer Acht gelassen und z.B. die Größe der Aquarien den Bedürfnissen der Wohnung und nicht den der Pfleglinge angepaßt. Auch der Arbeitsaufwand wird mit einem Minimum betrieben. Aber diese "Züchter " sind zum Glück die Ausnahme, denn die meisten Züchter betreiben ihr Hobby mit Verstand und Verantwortung. Ich würde sagen das sie zum Teil sogar mehr Fachwissen besitzen als so mancher Zoohändler. Denn was man in manchen "Fachgeschäften" für Aquaristik erlebt läßt einem engagiertem Aquarianer die Haare zu Berge stehen. Da werden Fische mit einer Endlänge von über 20 cm für 100 Liter Becken verkauft mit der Erklärung sie würden nicht größer. Oder es werden z.B. Mückenlarven für reine Pflanzenfresser verkauft Auch die Haltung und Vergesellschaftung ist nicht immer vorbildlich (wie es seien sollte),von dem allgemeinem Plegestand mal ganz zu schweigen.

Ich selber habe als Züchter von ostafrikanischen Buntbarschen immer darauf geachtet Fische unter natürlichen Bedingungen (soweit das im Aquarium möglich ist) nach zu ziehen. Bei mir gab es keine öden Glasbecken ohne Einrichtung, nur besetzt mit einer Gruppe Fische. Jedes Becken war artgerecht eingerichtet mit einer gesunden Vergesellschaftung. Auch habe ich immer vermieden trächtige Weibchen die Eier vorzeitig und mit Gewalt aus dem Maul zu quetschen, sondern habe sie wenn ich sie herausgefangen hatte in ein eingerichtetes Becken gesetzt wo sie in Ruhe ihre Jungen zur Welt bringen konnte. Nachdem sie sich dann ein wenig erholt hatte wurde sie zu den anderen zurück gesetzt, was alle meine Weibchen immer gut überstanden. Wenn ich von einer Art mal genügend Nachzuchten hatte beließ ich die Weibchen in ihrem Aquarium, und sie brachten dort ihre Jungen zur Welt und auch dort schafften es einige Jungtiere zu überleben.

Bei dem Verkauf meiner Nachzuchten versuchte ich immer die Käufer über die Eigenschaften der Art aufzuklären, außerdem unterließ ich es nie mich nach der Größe der Aquarien und der Erfahrung mit der Aquaristik zu erkundigen. Den es kam schon mal vor das jemand bei mir einige Jungtiere von C. managuense für sein 160 Liter kaufen wollte. Selbst nachdem ich ihm gesagt hatte das dieser Fisch eine Endlänge von über 30 cm erreichen kann war er davon nicht abzubringen. Erst nachdem ich ihm die Elterntiere zeigte, sah er ein das dieser Cichlide doch zu groß für sein Becken war. Es kann zwar nicht die Aufgabe der Züchter und Zoogeschäfte sein ,sich jedesmal nach den Umständen unter denen die Fische gehalten werden zu erkundigen, aber es sollten wenigstens die erforderlichen Angaben über die Art gemacht werden. Und die meisten Züchter die ich kenne machen das auch.

Außerdem sollte man bedenken das ohne private Züchter viele Arten schon ausgestorben währen. Nicht umsonst gibt es z.B. im DCG Patenschaften für die verschiedensten Buntbarsche. Hier übernehmen private Züchter Patenschaften über eine selbst gewählte Art Cichliden und pflegen diese über mehrere Jahre, wobei die Nachzuchten nicht verkauft werden dürfen. Wer so eine Patenschaft übernimmt der beweist doch wohl das er sein Hobby ernst nimmt und es mit Verantwortung betreibt.

Sicherlich gibt es auch Züchter die der Meinung sind man könne mit Fischen viel Geld verdienen, was wenn man sich die Preise (besonders bei Buntbarschen) im Fachhandel anschaut nicht ganz unverständlich ist. Insbesondere Diskusfische und seit einiger Zeit auch Barsche aus dem Tanganjikasee werden teilweise zu astronomisch hohen Preisen gehandelt. Während bei den Barschen aus dem Malawisee der Preis rückläufig ist, und man Amerikanische Cichliden teilweise fast geschenkt bekommt.

Jeder der Fische züchtet oder züchten möchte sollte das mit Vernunft und Verantwortung tun und auf unnötiges kreuzen mehrerer Arten verzichten, so das keine von diesen armen Kreaturen entstehen wie sie in so manchen Zoogeschäften zu sehen sind. Außerdem sollte man immer bemüht sein die Pfleglinge weitmöglichst artgerecht zu halten und sich vorher vergewissern das man auch genug Zeit hat um sich um sein Hobby zu kümmern.


© Achim Weber 6/98

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