MARIN Berichte - Meerwasser

Glasrosenplage

von Stefan Weiß

Eine der häufigsten Plagen sind wohl die Glasrosen, die an importierten Steinen ins Aquarium kommen.

Sie gehören wohl zu den resistentesten Schädlingen und sind auch nicht von schlechten Wasserbedingungen abhängig sowie andere Plagen die uns unser Hobby vermiesen.

Grundlegend sollte man als Anfänger beim Kauf von Korallen nicht nur das Tier begutachten sondern auch verstärkt einen Blick auf das Substrat werfen auf dem sich die Koralle angesiedelt hat.

Sollten im Becken in dem die Tiere gehältert werden, sich Glasrosen befinden ist es nicht auszuschließen, daß die anderen Steine schon befallen sind. Das genaue hinsehen kann viel Ärger vermeiden.

Sollte die Plage schon im Becken sein gibt es mehrere Möglichkeiten wieder Herr der Lage zu werden.

In vielen Büchern und Berichten wird von einer Bekämpfung mit 10 prozentiger Salzsäure berichtet was nach meiner Erfahrung nicht in Relation zu der Gefährdung unserer erwünschten Pfleglinge steht. Die Gefahr das komplette Milieu zu kippen ist sehr groß, vor allem wenn auf diese weise eine ganze Kolonie bekämpft werden soll. Auch auf das herum stochern, mit spitzen Gegenständen, in der Glasrose sollte man verzichten. Glasrosen haben die Eigenschaft sich aus kleinsten Partikeln Ihres Gewebes wieder neu zu bilden. Sollten einige dieser Gewebepartikel in die Strömung der Pumpen gelangen haben wir binnen weniger Wochen unzählige Ableger. Was nur zu einer Verschärfung der Situation führt. Auf die Fischbekämpfungsmethode soll hier nur am Rande eingegangen werden da Sie zwar sehr gut funktioniert aber auch einen gewaltigen Hacken hat. Die angesprochene Fischgattung ( Name wird bewußt nicht erwähnt ) macht nämlich nach getaner Arbeit, sprich nach dem Verzehr der Glasrosen auch vor Ihren Korallen nicht halt, was zu einer mittleren Katastrophe führen kann. Die Glasrosen haben den wohl am stärksten, ausgeprägten Lebenserhaltungstrieb überhaupt. Dies macht man sich als erste Waffe zu nutze. Legt man einen leeren ( unbewachsenen ), kleinen Stein direkt auf eine Glasrose, so zieht sie sich zusammen und wächst innerhalb kurzer Zeit auf das neu eingebrachte Substrat um wieder an das Licht zu kommen. Nun kann der Stein samt Schädling entnommen und entsorgt werden.

Diese Methode funktioniert leider nur positionsbedingt da ein Stein der Schwerkraft unterliegt und nur in der waagerechten liegen bleibt. Eine weitere Methode ist eine tödliche Injektion in das Tier wobei noch einmal darauf hingewiesen wird, daß es keinen Sinn macht dabei die Injektionsnadel als Mixstab zu verwenden. Der Einstich sollte unterhalb des Kelches vorgenommen werden etwa in der Mitte des Tieres was Sie daran hindert sich in den Schutz des Substrates zurückzuziehen. Soweit ist dies identisch mit der Salzsäure Methode jedoch setze ich eine für das Milieu unschädliche sogar nützliche Substanz ein.

Die schon vielbeschriebene Lugolsche Lösung die man in der Apotheke beziehen kann. Diese Lösung wird zur Nachdosierung des Spurenelements Jod seit Jahren erfolgreich benutzt. Wird diese Lösung in einer 1 prozentigen Konzentration injeziert wirkt dies sehr stark toxisch und 0,1 ml pro Glasrose sind ausreichend. Die auch oft beschriebene Kaliumjodid Lösung die auch zum ergänzen von Jod im Meerwasseraquarium benutzt wird zeigte nicht die gleiche Effektivität da bei dieser Lösung der Alkohol fehlt. Für Aquarianer die Ihr Jod durch die im Handel erhältlichen Mixturen vornehmen sei gesagt, daß es sich bei der Lugolschen Lösung, selbst wenn sie nur 1 prozentig ist, eine konzentration vorliegt die die herkömmlichen Mittel um das hundertfache übersteigt. Die Übersättigung des Aquarienmilieus durch das zugegebene Jod, kann mit Aktivkohle kompensiert werden. Demnach sollte man immer nur eine Glasrose pro 100 Liter Aquarienwasser bekämpfen. Jod fällt schon nach 1 Woche aus was bedeutet, daß man schon nach sieben Tagen sein Bekämfung fortsetzen kann.

Viel Erfolg

Stefan Weiß

 
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