MARIN Berichte - Meerwasser

Schmieralgen

von Stefan Weiß

Häufig lese und höre ich, daß Schmieralgen ein großes Problem darstellen und viele nach mühsamen versuchen die Plage in den Griff zu bekommen Ihr Hobby mit fadenscheinigen Argumenten aufgeben.

Grundlegend ist folgendes klarzustellen eine Algenplage hat immer seine Gründe, die zu 99 % auf schlechte Wasserwerte zurückzuführen sind. Oft hört man, daß Aquarianer felsenfest behaupten das Wasser in Ihrer Wohngegend sei optimal für die Meeresaquaristik geeignet. Viele erleben dann eine Miesere nach der anderen. Das Ausgangswasser nur mit denn handelsüblichen Testsets zu überprüfen ist kein guter Schritt um erfolgreich ein Meeresbecken auf denn Weg zu bringen. Die Argumente sind weit gefächert und beruhen immer auf den Halbwahrheiten mancher Autoren. Hier werden oft Schlagworte wie Phosphat, Nitrit oder Nitrat suggeriert die ein falsches Bild vortäuschen. Auch so mancher Händler soll hier bewußt angegriffen werden, die den Neulingen etwas über untaugliche Technik erzählen und hier ein großes Geschäft wittern. Ein Haus braucht ein gutes Fundament sonst bricht es beim ersten Sturm zusammen, so oder ähnlich verhält es sich das auch beim Aquarium. Das Ausgangswasser ist oft schon der Knackpunkt denn selbst bei guten Phosphat und anderen Standardwerten können unzählige Überkonzentrationen verschiedener Silkate im Wasser sein die einen hervorragenden Dünger für unsere Algen abgeben.

Diese Silikate sind mit den normalen Billigtests nicht nachzuweisen, sie sind aber definitiv der Grundstein vieler Plagen.

Ein optimales Ausgangswasser läßt sich leider nur aus den handelsüblichen Osmoseanlagen herstellen. Auch die Salzkonzentrate die es im Handel zu kaufen gibt sind grundlegend auf Osmosewasser dosiert. Ich habe auch schon Becken gesehen, die schon über Jahre ohne Probleme, mit Leitungswasser laufen. Dennoch sind es nur einige wenige Regionen wo ein annehmbares Leitungswasser vorhanden ist. Die Anschaffungskosten einer Osmoseanlage ist im Verhältnis mancher Verluste die mir berichtet werden, einfach lächerlich. Schmieralgen sind Cyanobakterien die rasant ein Becken komplett überziehen können was durch den Lichtmangel bei den Korallen zu Totalausfällen führen kann. Die Teppiche können blitzschnell und unerwartet auftretten. Die wohl schlimmste Art dieser Plage ist rot bis braun und wird von Anfängern oft mit der Kalkalge verwechselt. Eine einfache Methode diese zu Unterscheiden ist die Farbgebung ein Kalkrotalge ist rot- rosa ins weiß übergehend und auf keinen Fall umschließt Sie Luftblasen die dann wie rote Perlen an der Schmieralge hängen. Sollte es trotz Osmosewassers zu einer Algenplage kommen sollte man seine Osmoseanlage prüfen lassen denn die Membran einer Anlage könnte defekt sein. Ein weiteres Schlagwort was einem oft zu Ohren kommt ist bei Algenplagen die Überkonzentration gelöster organischer Verbindungen im Wasser . Zu deutsch - Scheiß Wasserwerte !!!!!!!!!!!!!!!!!! Im Zusammenhang mit diesem Satz wird auf eine Verstärkung der Filterleistung und Eiweißabschäumung hingewiesen. ???? Ein kräftiger Wasserwechsel in Verbindung mit einer Reduktion der Futtermittel ist meiner Erfahrung nach Sinnvoller. Mit dieser Methode werden die Algen sich zurückbilden, der Eiweißabschäumer sollte dennoch in einem sauberen Zustand betrieben werden.

Sollte die Plage völlig außer Kontrolle geraten sein kann man Erythromycin oder Chloramphenicol einsetzen. Dies sind Antibiotika die den Stoffwechsel der Bakterien unterbinden und diese innerhalb von drei Tagen völlig absterben lassen.

( Bisher keine Verluste bei Fischen und Korallen bei mir bekannt ) Da ich persönlich aber kein Fan von Chemie im Aquarium bin verweise ich lieber auf die erstgenannte Methode und überlasse es dem Marin Team die Dosierung Antibiotika im Anhang zu veröffentlichen.

Die Antibiotika helfen nicht bei der Ursache die unbedingt beseitigt werden muß um eine neue Plage zu verhindern.

Zusammenfassend sei gesagt wer fleißig Wasser wechselt und seine Futtergaben auf einem vernünftigen Maß hält wird Freude an seinem Hobby haben.

Viel Spaß

Stefan Weiß


Anmerkung :

Uns sind schon einige Katastrophen im Bezug auf den Einsatz von Antibiotika bekannt - deshalb werden wir auch die Anwendung hier nicht weiter beschreiben.

Zu den Cyanobakterien oder Schmieralgen sei gesagt das sie häufig durch eine schlagartige Wasseränderung verschwinden.

Deshalb auch unsere Idee mit dem Abstellen des Abschäumers. Dies wird nicht gesagt damit sich das Wasser verschlechtert, auch wenn das einige immer wieder ( leider auch Autoren die Fachbücher ) schreiben   - es soll sich nur schlagartig ändern.

Zu sauberes Wasser kann es natürlich nicht geben !

Der gleiche Effekt kann auch wie hier schon von Stefan beschrieben,  durch einen drastischen Wasserwechsel - aber mit einem anderen Meersalz -  stattfinden.

Die Möglichkeiten dies zu erreichen sind recht vielseitig. Aber immer zu Kontrollieren !

Zu Osmose - Anlagen :

Diese nehmen nur wenn sie neu sind, einiges ( nicht alles ) an Silikaten heraus. Wenn sie schlecht gewartet werden ( weil sie z.B. nicht täglich Gespült werden ) meistens schon nach 6 Wochen nicht mehr.

Auch werden die Kohle , und Sediment Filter der Osmose - Anlagen viel zu selten gewechselt - eine weitere Gefahrenquelle !

Zur Zeit gibt es nur eine Osmoseanlage die Silikate entfernt ( von Kent Marine ) und dies auch nur in einer Leistungsklasse !

Eine andere Möglichkeit der Silikatentfernung gibt es von Marine Systems und Kent Marine, ein spezielles Austauscher - Harz welches Silikate aus dem Wasser entfernt.

Viel Erfolg

Euer

Marin-Team

Achim Weber

 
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