MARIN - Länder & Reisen

Impressionen eines Tauchganges.

von Susanne Inderbitzin

Oft denke ich an die letzten zwei Tauchgänge am Hausriff, besonders derjenige am Morgen ist mir wie ein Film in Erinnerung geblieben.

Wenn ich in Ruhe die Augen schliesse, sehe ich die steil abfallende, dunkle Wand zu meiner rechten Schulter und spüre die Verlockung, immer weiter hinunter zu tauchen. Dieses Gefühl der Schwerelosigkeit, der Geborgenheit durch deine Anwesenheit, lässt mich wünschen, nie mehr auftauchen zu müssen.

Ich geniesse das Spiel mit dem Wasser, darin schweben und mich fortbewegen zu können, als wäre ich ein Teil davon.

All diese wunderschönen Farben und Formen der Korallen, prägen sich tief in mein Herz ein. Noch nie habe ich hier oben eine solche Intensität von Rot , Blau und Gelb erlebt, wie ich es an den Fischen erleben durfte.

Ich spürte einen immensen Wunsch, all das zu umarmen, in mir aufzunehmen und im Herzen nach Hause zu bringen, um die Wärme und die Kraft, die ich in jenen Minuten erleben durfte, zu gegebener Zeit Revue passieren zu lassen.

Ich erinnere mich, wie euphorisch und ausgelassen ich mich fühlte, als wir über das unendlich erscheinende Korallenfeld dahinglitten, fast bewegungslos und nur vom dumpfen Geblubber des Automaten begleitet. Ich erinnere mich, wie Fische in allen Grössen so schnell verschwanden, wie sie erschienen, wie ich glaubte, mich mit ihnen unterhalten zu können, wie ich kopfüber ein Sandloch inspizierte, einfach nur neugierig und erwartungslos. Ich war nicht enttäuscht, dass kein Tier herauskam, absolut nicht, ich genoss die Vorstellung, was wohl drin sein könnte.

Und plötzlich erinnere ich mich daran, wie sich tiefe Traurigkeit in meinen Sinn frass, als mir bewusst war, dass ich all diese Wunder zum letzten mal sah. Das Spiel der wandernden Sonne, wie sie mit ihrem Licht urplötzlich Farben herzauberte oder von uns weg trug, die Mimik der Fische, die sanften Bewegungen der kleinen Korallen in den Wogen des Wassers. Ich erinnere mich, dass mir Tränen in die Augen stiegen. In Windeseile begann ich, mich von allen Lebewesen zu verabschieden und ich versprach ihnen, wiederzukommen. Erst hier und heute wurde mir bewusst, dass ich einen Teil von mir dort liess, so wie ich einen Teil von ihnen mitnahm. Und wenn ich mich müde und ausgelaugt fühle, wenn ich spüre wie meine Energie nachlässt, schliesse ich die Augen, und tauche ein in diese Welt, in welcher ich mich so wohl und geborgen fühlte, in diese eine Welt, welcher ich meine Liebe schenkte.

In diesen Momenten, spüre ich einen warmen, kräftigen Strahl, welcher sich in meiner Mitte bündelt, emporsteigt zu meinem Herzen, um dort zu explodieren. Danach fühle ich mich einfach gut.

Das sind Erinnerungen an Sharm el Sheik, und das wunderschöne Rote Meer.

Copyright by Susanne

Susanne Inderbitzin, Chäli 3, CH - 6474 Amsteg, Mail : susanneinderbitzin@usa.net

 

Hat jemand Informationen zu Elba ?

 

 


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